09. Oktober 2015

dip untersucht Situation in der ambulanten Pflege

Fragebogen Pflege-Thermometer 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie unter Umständen aus der Fachpresse vernommen haben, läuft zur Zeit die Befragung für das Pflege-Thermometer 2016.

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) befragt noch bis zum 15. Oktober 2015 innerhalb seiner institutseigenen Pflege-Thermometer-Reihe unter Leitung von Herrn Prof. Isfort leitende Pflegekräfte aus der ambulanten Pflege. Mit der Studie bemühen wir uns darum, die ambulante Pflege in ihrem Leistungsgeschehen abzubilden, aber zugleich auch die Kernprobleme der Versorgung in der betrieblichen Wirklichkeit abzubilden.

Unserer Beobachtung nach wird der ambulanten Pflege zunehmend eine Rolle zugeschrieben, die sie ohne eine klare Finanzierungsstruktur nur unzureichend abdecken können wird (wohnortnahe Versorgung sicherstellen / in der Fläche alle Angebote aufrechterhalten / außerklinische Beatmungen stabilisieren / Tagespflege aufbauen/ kommunale Pflegeinfrastrukturplanung mitbetreiben etc.). All dies erfordert Ressourcen, die real auch zur Verfügung gestellt werden müssen und nur mit einer Sicherung der Finanzierung stabilisiert werden können. Darüber hinaus steht dieses Aufgabenpaket aber im Widerspruch zu den oftmals unnötigen Belastungen, die sich aus dem „Tagesgeschäft“ ergeben, das aus beständigen Nachforderungen von Genehmigungen, Dokumenten etc. besteht. Hinzu kommt, dass sich die Fachkraftmangelsituation insbesondere in der ambulanten Pflege zeigt. Die Krankenhäuser stellen wieder vermehrt Pflegende ein, übernehmen die Auszubildenden aus dem eigenen Betrieb und „ziehen“ Personal aus der ambulanten Pflege wieder zurück in die Krankenhäuser. Dies erklärt sich auch durch attraktive Beschäftigungsfelder und durch bessere Möglichkeiten, Vollzeitstellen anbieten zu können (das Institut verfügt über eine gute Datengrundlage in NRW, wo seit 2011 ein Rückgang an Gesundheits- und Krankenpflegekräften in ambulanten Diensten zu beobachten ist, obwohl die Zahl der betreuten Menschen durch ambulante Pflegedienste stark steigt. Kompensiert wird dies aktuell mit Altenpflegekräften).

All diese Entwicklungen und Einschätzungen zu den Fragen für die jeweiligen Bundesländer aufzuzeigen, Unterschiede zu markieren oder auch generelle Trends zu erfassen, ist Ziel unserer Untersuchung.

Nur auf der Basis von belastbaren Kennzahlen werden wir für die ambulanten Dienste politisch Gehör finden können und die spezifische Perspektive der ambulanten Dienste stärker als bislang mit in die Diskussion bringen können.

Aus unserer Perspektive ist diese Studie eine einmalige Chance, die in den Betrieben bestehenden Probleme systematisch an die Politik und die Verbände zurückzumelden. Eine solche Vollerhebung (wir haben fast 14.200 Einrichtungen angeschrieben) werden wir in den kommenden Jahren nicht noch einmal realisieren können -daher ist die Teilnahme an der aktuellen Studie so wichtig. Uns ist zudem nicht bekannt, dass eine solche Studie von anderer Seite geplant würde. Realisieren können wir sie nur, weil wir unabhängig von Ministerien, Trägern oder Interessensvertretungen eine Befragung entwickeln konnten, die auch die Möglichkeit bietet Ergebnisse zu produzieren, die so vielleicht nicht „gewünscht“ werden und in das Bild passen.

Weitere Informationen zum „Pflege-Thermometer 2016“ erhalten Sie unter http://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/pressemitteilungen/PT-2016-EG17.08..pdf und unter http://www.dip.de/projekte/projekt-details/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&tx_ttnews%5Btt_news%5D=212&cHash=3ffdec6843c9130a5bf6a4adaf3b8bed .

Wir wissen, dass wir mit der Menge der Fragen im Fragebogen sicherlich eine erhebliche Belastung erzeugen und die ambulanten Dienste in hohem Maße „strapazieren“. Wir halten es aber für zentral, dass die unterschiedlichen Themen bei der Auswertung in den Stärken wie auch in den Begrenzungen und Problembereichen systematisch beschrieben werden.

Aus diesem Grunde bitten wir Sie, bei Ihren Einrichtungen bzw. bei Ihnen bekannten Einrichtungen für eine Teilnahme am Pflege-Thermometer 2016 zu werben. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns unterstützten, indem Sie auf die Chancen hinweisen und ihrerseits noch einmal aufzeigen, wie wichtig es ist, sich an einer solchen bundesweiten Studie zu beteiligen.

Wir können jede Unterstützung gebrauchen, denn erfahrungsgemäß sind die ambulanten Dienste eher zurückhaltend bei Studien dieser Art und in sehr hohem Maße in das „Tagesgeschäft“ eingebunden, sodass Ressourcen für solche Studien begrenzt sind. Daher ist wirklich noch einmal hervorzuheben, welche Chance in der Studie steckt, die wir in einer solchen Form und in einem solchen Arbeitsumfang in den kommenden Jahren nicht noch einmal durchführen können.

Wir würden uns freuen, wenn wir für das Pflege-Thermometer viele Unterstützer gewinnen können, damit wir jenseits von einzelnen Beschwerden systematisch Fakten schaffen können, die nicht von anderer Seite aus sofort in Frage gestellt werden können oder als Einzelmeinungen „abserviert“ werden. Sollte es uns gelingen, hier ausreichend ambulante Dienste zu einer Teilnahme zu bewegen, so könnten wir Ergebnisse präsentieren, die kaum in Frage zu stellen sind und die wir sicherlich für die weiteren Entwicklungen in den Pflegestärkungsgesetzen verwenden können.

Die ambulanten Einrichtungen haben den Fragebogen per Post zugesendet bekommen. Zur Sicherheit finden Sie für die weitere Verteilung den Fragebogen im Anhang. Die Erhebungsphase der Pflege-Thermometer-Studie dauert noch bis zum 15. Oktober 2015 -es ist also noch genug Zeit, um sich zu beteiligen. Es wäre schön, wenn wir noch mehr Fragebögen erhalten und haben hier keine Angst vor vielen Briefen…

Wir bedanken uns für Ihr Engagement!

Mit herzlichen Grüßen, auch im Namen von Herrn Prof. Isfort,
Ruth Rottländer

Ruth Rottländer
M.Sc. Pflegewissenschaft
Diplom-Berufspädagogin (FH)

Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e. V. (dip)
Hülchrather Strasse 15
50670 Köln

Telefon: 0221 / 46861-43
Telefax: 0221 / 46861-39
E-Mail:  r [PUNKT] rottlaender [AT] dip [PUNKT] de
Internet: www.dip.de

1. Vorsitzender: Prof. Dr. Frank Weidner
Vereinsregisternummer: VR 13294
Vereinsregister beim Amtsgericht Köln